Kurz angetrunken: Pepsi Pink

Eine wundersame Brause, die direkt aus dem Brausenlabor von Pinkie Pie kommen könnte, erreichte uns auf Umwege aus Japan. Pink Pepsi ist der diesjährige Wintergeschmack von Pepsi Japan, die in der Vergangenheit schon eine Pepsi mit Esskastaniengeschmack („Mont Blanc Pepsi“) herausgebracht hatten. Der starke Bezug auf die Jahreszeiten, der sich hier in nur jahreszeitlich erhältlichen Brausen manifestiert, ist dabei eine japanische Besonderheit; im klassischen japanischen Haiku soll nach den Regeln der Kunst etwa durch ein Kigo (季語, also Jahreszeitenwort) eine zeitliche Bestimmung in den drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten angedeutet werden. Bevor wir jetzt allerdings zu sehr exotisieren: Saisonal verfügbare Getränke gibt es natürlich auch in der westlichen Welt, ganz ohne poetische Jahreszeitenbegeisterung und Haiku — man denke an die Weihnachts-Mate aus dem Hause Loscher.

Pepsi Pink, in Japan seit dem 8. November erhältlich, ist eine mit Kohlensäure versetzte Erdbeermilch (auf gut japanisch „Strawberry Au Lait“, bisweilen auch putzigerweise als „Strawberry Olé“ in lateinischen Schriftzeichen geschrieben). Was vielleicht im ersten Moment ekelig klingt, schmeckt erstaunlich lecker, wenn auch etwas süß. Koffein ist nicht in Pepsi Pink enthalten.

Leider können wir an dieser Stelle keinen ausgiebigen Verkostungsbericht, der über „ganz gut“ hinaus geht, anbieten und das kam so: Wir konnten eine Pepsi Pink ergattern, weil Nick Farr, Reisender in Sachen Hackerkultur und Organisator von „Hackers on a Plane„, uns eine Flasche mitbrachte, als er von dem letzten Hackerausflug zum Tokyoter Hackerspace  in Wien Station machte. Alles prima und die Flasche wurde ins Handgepäck verstaut, wo sie dann in Deutschland herausgeholt werden sollte, um sie entsprechend zu verkosten. Dabei kam uns leider der internationale Terrorismus in die Quere. Am Flughafen Wien-Schwechat wurde die Laptoptasche geöffnet und mit den im traditionell unfreundlichen Wiener Akzent gesprochenen Worten „Geeeh, des dürfens aber net mit ins Flugzeug nehmen“ entnommen.

Nach ein bisschen Bettelei gab es einen Kompromiss: Pepsi Pink, das ja immerhin auch ein gefährlicher Sprengstoff sein könnte, durfte nur als leere Flasche den Luftraum betreten. Es wurde allerdings die Gnade gewährt, kurz einen Schluck von dem Getränk zu nehmen, bevor der Rest im Namen der Sicherheit und als Fanal gegen Al-Kaida ausgeschüttet wurde. Es schmeckte, wie oben erwähnt, erstaunlich lecker.

3 Gedanken zu „Kurz angetrunken: Pepsi Pink“

  1. Ja, keine Flüssigkeiten im Handgepäck wird hier in Wien sehr streng genommen, ist das sonst nicht so? Tut mir leid, dass ihr fast alles wegschütten musstet.
    Und zu den traditionell unfreundlichen Worten: War doch eh noch recht freundlich ;)

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